Kids Action Painting Session

Freitag, Mai 21st, 2010

“du bist ein chaot!” – diese “killerbotschaft” hat mich durch meine ganze kindheit begleitet.

und wäre mir nicht mit 13 jahren meine wunderbarer kunstlehrer begegnet, hätte ich nie erlebt, wieviel produktivität im chaos stecken kann.

vor einigen tagen, hatte ich wieder einmal das vergnügen mit 14 kindern im alter von 9 bis 11 jahren nach lust und laune mit farbe “rumzuschmieren”; action painting vom feinsten!

natürlich haben sie immer wieder gefragt: “darf ich dies, oder muss ich jenes malen…….” und sie waren einigermaßen irritiert, als ich ihnen immer wieder bestätigt habe, dass sie alles malen dürfen, hauptsache sie malen auf ihren pappen und nicht an meinen atelierwänden.

es war eine gigantische explosion von kindlicher power!

seither frage ich mich wieder, aus welchen gründen wir sog. erwachsene unsere kinder ständig und in jedem bereich versuchen einzuschränken.

sicherlich brauchen kinder regeln, sie benötigen ein wertegerüst, nach dem sie ihr leben einrichten können.

aber wieso sind wir nicht in der lage ihnen freiräume zu gewähren, zumindest in bereichen, in denen es niemandem schadet z.b. im kunstunterricht?

ist das vielleicht die furcht vor dem eigenen chaos, das wohl bei jedem unter der oberfläche schlummert, egal wie alt oder jung?

ist es etwa neid?

oder ist es das bedürfnis unsere kinder zu “anständigen/ordentlichen” menschen heranzuziehen?

in meinen action painting workshops mit erwachsenen stelle ich immer wieder fest, wie gross die sehnsucht bei den meisten nach kindlicher neugierde, entdeckungslust und schöpferische leichtigkeit ist.

es wird viel von kreativität und innovation geredet, nur wird dabei eines übersehen; bereits in der grundschule wird alles dafür getan, die kinder schubladengerecht auf ein erträgliches maß an wildheit zu reduzieren.

kreativität gedeiht nunmal am besten in einem “regelfreiem” raum  und wir sollten zumindest die möglichkeiten, die die malerei bietet nutzen, um unseren kindern “freiheit” zu lehren.

sie haben noch nicht den eingebauten “schönheits-diktator” im kopf, für sie ist oben wie unten gleich, ihre art mit farbe umzugehen folgt nur einem einzigen ziel; freude zu haben!

Am ende des workshops habe ich mit ihnen einige kurze filme mit jackson pollock beim action painting angeschaut, die ganze gruppe war dabei mucksmäuschen still und plötzlich sagte einer der grössten “malchaoten” (9 jahre): “wahre kunst kommt aus dem herzen!”

ja, ich bin ein wenig neidisch und schaue mir gerne was von kindern ab – ich bin ein chaot und stolz darauf!

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unordnung und spätes leid

Donnerstag, April 15th, 2010

eigentlich wollte ich nicht mehr malen – nie mehr!

mit solchen ansagen verpeste ich regelmässig seit ich male (also schon seit über 40 jahren) das universum – mein alter berliner arzt nannte das “neurotische koketterie”.

immerhin habe ich etwa zwei wochen stramm durchgehalten – voller trotz mied ich auch nur die nähe des ateliers und genoss meine erstaunlich sauberen fingernägel..

aber ich bin nunmal ein acryljunkie und brauche offensichtilich meinen “stoff”, also schleiche ich seit tagen um die farben herum, male hier ein wenig und dort ein bisschen.

heute hat es mich letzten endes doch gepackt und ich habe eine grosse leinwand begonnen – hilfe, ich bin wieder voll drauf!

ja, so isses und so wird es wohl für immer bleiben – die malerei ist eine sucht, sonst geht es nicht; ein bisschen malen ist wie ein bisschen schwanger!

nun steht also dieses riesenteil fordernd und egomanisch in meinem atelier und wehe mir, wenn ich das bild nicht zu ende bringe!

schuldgefühle ohne ende, scham; ein purgatorium in dem künstler mit acrylfarben und pinseln gepiesackt werden, bis ihre seele zum himmel oder zur hölle weitergeschickt wird.

nö. darauf habe ich einfach kein bock!

morgen male ich also weiter, bis das bild irgendwann hoffentlich sagt:  ”nu bin ich fertig, gib mir meine lasur und lass mich in ruhe!”

aber bis dahin………eine unendliche (bild)geschichte………..

action painting etelka kovacs-koller

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ich, mein sofa und der kleine fiese nackenteufel

Samstag, März 13th, 2010

DSC_0014die vergangene woche war anstrengend.

das wochenende ist wegen workshop ausgefallen, anfang der woche sind 8 verpackte bilder auf die reise gegangen, dann am mittwoch der 30. geburtstag meines sohnemanns in nürnberg.

summasummarum eine woche voller ereignisse, die verarbeitet, sortiert und abgelegt werden möchten. ausserdem schneit es ohne unterlass, alles ist grau in grau, einschliesslich meiner gedanken.

ich bin müde.

mein sofa ist seit gestern nachmittag mein hauptaufenthaltsort, aber leider muss ich das schön geblümte ikea teil mit einem kleinen, fiesen nackenteufel teilen, der mir andauernd ungefragt und voller bosheit sätze ins ohr flüstert wie:” du bist faul!”, “aus dir wird sowieso nix!” oder mein lieblingssatz “du bist immer so träge, es wird sich nie etwas bei dir ändern!”

und alles mit so´nem ekelhaftem zischen ins innere ohr gehaucht, damit ich endlich kapiere; es gibt kein entrinnen, es gibt keine entspannung, müssiggang ist für die katz, nicht aber für mich!

ok, ich schmeisse wenigstens die waschmaschine an, damit ich das gefühl habe wenigstens etwas vernünftiges an diesem grauen tag geleistet zu haben.

aber erst rauche ich noch eine und schubse völlig unmotiviert virtuelle schafe bei farmville hin und her.

eigentlich sollte ich sie verkaufen. die schafe.

kater mephisto schnarcht auf dem gegenüber stehenden sofa – er hat es gut, er hat keinen eingebauten nackenteufel.

waschmaschine läuft, summt fleissig vor sich hin und wenn ich die ohren spitze dann höre ich, was sie sagt:”du bist faul, ich muss die ganze arbeit alleine machen!”

und mir ist, als hätte ich auch noch ein immer und ein nie zwischen dem singsang der waschmaschinentrommel vernommen.

wer hat eigentlich generalisierungen erfunden?

immer und nie und alles und nichts – killerbotschaften, aus denen neurosen gestrickt sind.

hysterische frauen, mütter, grossmüter kreischen gerne in hohem sopran: “du Immer….nie machst du…….alles…….nichts machst du richtig….nie!”

habe ich das zu meinen kindern auch gebrüllt? ich hoffe nicht. oder zumindest nicht so oft, wie ich es wohl zu hören bekommen habe.

es ist schon erstaunlich, wie lange das echo solcher sätze noch nachhallen kann.

57 bin ich jetzt.

habe viel gelernt.

bin sehr aktiv.

manche halten mich für äusserst produktiv.

ja, ich bin stolz auf mich, wenn ich auf mein leben zurückblicke.

dann höre ich aber gleich den kleinen nackenteufel:” du hättest viel mehr aus dir machen können!”

ich gebe auf – ich lasse ihn einfach weiterlabern, denn jetzt ist der punkt erreicht, an dem das ganze absurd wird.

und ich fange an zu begreifen, dass diese stimme einfach da ist, dass sie je mehr ich versuche ihr zu wiedersprechen, desto lauter wird.

also werde ich ganz still – ok, du kleiner teufel, setz dich zu mir auf´s sofa und erzähl mir, was dich so wütend macht, ich höre dir zu und gebe dir die aufmerksamkeit, die du offenbar brauchst.

nun sitzt er dumpfbackig da, völlig überrascht und das erste mal heute herrscht endlich stille in meinem kopf.

ich habe ihn überlistet. er schweigt er hat niemanden mehr, den er angiften kann.

na gut, dann werde ich schnell die wäsche aufhängen, mir ein buch aus dem regal nehmen, lesen, tee trinken, schokolade essen………..und während ich mir all die schönen dinge ausmale, höre ich merkwürdige geräusche neben mir.

der kleine fiese nackenteufel schnarcht, er ist endlich eingeschlafen und lässt mich wohl für heute in ruhe.

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liebe, lust und leidenschaft!

Dienstag, Februar 16th, 2010

DSC_0001 (2) liebe, lust und leidenschaft! – das ist wohl die überschrift aus der bestseller gestrickt sind.

die kombination aus diesen drei wunderbaren worten regt die phantasie sofort bei den meisten menschen an,  nur die frage ist, ob die gedankenlawine in die richtige richtung rollt.

liebe, lust und leidenschaft – wie passen diese wörter z.b. zu “arbeit”?

klar, ein künstler kann angeblich nur aus liebe, lust und leidenschaft arbeiten, was ist aber mit all den anderen irgendwie tätigen menschen?

es gibt ganz sicher schlaue statistiken, die belegen wieviel zeit durchschnittlich ein mensch während seines lebens mit “arbeit” verbringt.

es ist sicherlich sehr viel.

deshalb verstehe ich es nicht, warum offenbar so viele menschen unter ihrer arbeit leiden bzw. ihre tätigkeit lediglich als zur existenzsicherung notwendiges übel mehr oder minder gezwungenermaßen aushalten.

und wenn man schon mal so viel zeit mit diesem “lästigen übel” verbringen muss, warum dann nicht auf einer angenehmen art und weise?

ganz ehrlich – ich bin mir sicher, dass es in jeder art von tätgkeit etwas zu lernen und zu entdecken gibt – mit liebe, lust und leidenschaft.

ja, das würde ich wirklich vielen meiner zeitgenossen wünschen, denn eine aufgabe, die man mit freude erledigt schafft ebenso viel befriedigung, hebt das selbstwertgefühl und ist sinnstiftend.

in diesem sinne werde ich jetzt sofort fenster putzen und mich dann über den neu gewonnenen durchblick erfreuen.

auch wenn fenster zu putzen nicht unbedingt zu meinen lieblingsbeschäftigungen zählt – es kann glücklich machen, wenn das ergebnis wohltuend ist – ich weiss schon jetzt, dass ich gerade auf diese üble tätigkeit mit stolz als siegerin herabblicken werde.

liebe, lust und leidenschaft sollte man nicht für die “meisterwerke” reservieren, sondern in alles, was man tut, investieren.

auf geht´s – her mit dem putzeimer!

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was ist action painting?

Mittwoch, November 18th, 2009

action painting  ist der spontane, ungeplante ausdruck in farbe und bewegung; das entstandene bild ist das ergebnis eines dynamischen prozesses zwischen dem künstler und seinem material.

das bild folgt keinen gestalterischen gesetzen, vielmehr ist jedes bild die folge eines dem jeweiligen entsehungsprozess innewohnenden, originären und nicht wiederholbaren konzepts.

alle meiner bilder entstehen zunächst spontan, völlig unkontrolliert, als action paintings, denn im vorfeld entscheide ich mich lediglich für grösse und beschaffenheit des hintergrundes und für eine sehr geringe anzahl von farben.

es ist ungemein spannend zu erleben, wie sich die farben beim action painting unter der hand entfalten, welchen eigenleben das bild entwickelt  - erst wenn der chaotische hintergrund scheinbar fertig ist, setzt die kopfarbeit ein und sucht nach strukturen, nach formen, nach konturen, die ich dann z.b. mit kreide hervorhebe.

action painting ist die perfekte synergie von zufall und notwendigkeit.

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action painting und musik – das rachmaninov experiment

Dienstag, November 17th, 2009

seit etwa 30 jahren male ich zu musik und stelle immer wieder erstaunt fest, wie stark die jeweiligen töne die malerei beeinflussen.

so besteht der grösste unterschied zwischen techno/trance und klassischer musik.

zu trance sind die bewegungen eher gleichförmig, wie auch die emotionale lage beim hören – die informationen scheinen gebündelt und ebenso überschaubar wird auch das bild.

beim malen zu klassischer musik habe ich festgestellt, dass meine hand nicht so ohne weiteres der komplexen botschaft der klänge folgen kann.

meine idee dazu ist, dass in der klassischen musik die emotionale information relativ häufig und sehr heftig wechseln kann und die unterschiedlichen instrumente in einem orchesterstück den hörer auf mehreren ebenen gleichzeitig erreichen.

die bilder, die ich zu klassischer musik male sind in der regel wesentlich komplexer, als die, die zu anderen musikrichtungen entstehen.

folgendes bild ist das ergebnis eines experiments zu rachmaninov, klavierkonzert nr. 3 gespielt von david helfgott – während des konzerts habe ich einfach unterschiedliche materialien/werkzeuge benutzend, malend auf einem karton (70 cm x 100 cm)  ”mitgespielt”.

apgross

unmittelbar nach fertigstellung (bzw. am ende des konzerts) habe ich das bild in verschieden grosse stücke zerschnitten, ohne auf den ausschnitt besonders zu achten.

faszinierenderweise ist jeder auschnitt ein bild bzw. eine welt für sich – erst im detail entsteht aus der formlosigkeit eine klare bildinformation.

hier einige beispiele:

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monetäres und kunst

Mittwoch, Oktober 7th, 2009

epikur

noch nie in der langen geschichte der kunst haben lebende künstler so horrende preise für ihre werke erziehlt, wie noch kurz vor dem absturz der börsen 2008.

der kunstmarkt hat sich in den vergangenen jahren völlig verselbstständigt und hielt sich selbst in einer nach oben steigenden preisspirale gefangen.

die preise sind in abstruse höhen gerutscht und waren für “normale” menschen nicht mehr nachvollziehbar.

fachleute begrüssen die durch die finanzkrise verursachte umwälzung auf dem kunstmarkt, denn auch hier findet ein längst notwendiger reinigungsprozess statt, das die preise wieder relativiert und mehr die leistung, als den manchmal zweifelhaften ruhm der jeweiligen künstler würdigt.

mich betrifft das alles nicht, denn seit über 20 jahren folge ich erfolgreich einer selbstgewählten preispolitik.

ich wollte von anfang an, dass normal verdienende menschen aus ihrem “schattendasein als zweitklassige kunstkonsumenten”, die sich nicht mehr als einen poster leisten können, “erlöst” werden.

ein original kann durch eine noch so feine drucktechnik nicht ersetzt werden, denn die lebendigkeit entsteht durch den echten pinselstrich und ist im druck niemals zu kopieren.

da ich sehr viel male, tut es mir nicht leid, meine bilder für relativ wenig geld zu verkaufen, obwohl ich für meine niedrigen preise sehr häufig von galeristen gescholten wurde und werde.

im laufe der jahre auch einige professionelle sammler bei mir im atelier eingefunden und es tut mir weh, wenn ich daran denke, dass zumindest einige meiner bilder als investition in irgendwelchen sammlerlagern vor sich hindämmern.

bilder müssen an wände! sie müssen zu den menschen, sonst sind sie nicht mehr, als mit farbe malträtierte leinwand.

erst durch das ständige zusammenleben mit bildern verwandeln sich leinwände zu kunst.

ob der wert meiner bilder nach meinem ableben steigen wird, das weiss natürlich niemand. aber so lange ich lebe, werde ich mich bemühen die preise zu halten.

also back to normal? – vielleicht kommen sogar wieder zeiten, in denen maler malen, schriftsteller schreiben und musiker kompobnieren, anstatt die meiste zeit darauf zu verschwenden sich in einem überdreht eitlen und elitären markt selbst darzustellen.

in diesem sinne gehe ich also gleich ins atelier und werde leinwände zuschneiden, grundieren und mich darüber freuen, dass ich einen so wunderbaren beruf habe!

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wettbewerb und andere spielereien

Dienstag, Oktober 6th, 2009

bang boxich habe es also getan!

dieses bild habe ich bei saatchi – online eingestellt – ein alle zwei wochen stattfindender wettbewerb – die teilnehmerzahl geht in die tausende. junge künstler aus aller welt hoffen auf einen sieg und einer damit verbundenen (oder zumindest erhofften) steilen anstieg der karriere.

die chancen zu gewinnen liegen also in etwa so, wie die chancen den jackpot im lotto zu knacken.

wieso mache ich das also?

es ist die lust am spiel!

einen wettbewerb muss man nicht unbedingt gewinnen – die teilnahme ist eigentlich schon gewinn genug, denn es kommen nicht nur positive resonanzen und aus den negativen kann man weit mehr lernen, als aus lob und bewunderung.

in meinem fall bei saatchi wäre der gewinn sogar fatal, denn das bild ist kein “bild”, sondern teil einer wandbemalung, d.h. ich kann die vorgaben, nämlich das gewinnerbild bei saatchi london auszustellen, gar nicht erfüllen. (es sei denn, mein auftraggeber wäre damit einverstanden, das haus abzureissenn und mitsamt der 65 qm wandbemalung nach london zu verfrachten.)

oder ich mache ein action painting? auch gut!

und trotzdem – alle paar stunden schaue ich nach, wie die bewertungen stehen und wenn sie nach oben gegangen sind verspüre ich einen leichten adrenalinschub.

so wird wettbewerb zum spiel und verlieren gehört dazu.

aber wer einfach mitspielt hat schon gewonnen, denn nur der verliert, der sich nicht bewegt, nichts ausprobiert und in einem nebel von negativen erwartungen erstarrt.

und auch wenn ich kaum chancen habe zu gewinnen, bitte hier voten -> saatchi denn wer weiss, vielleicht knacke ich den jackpot doch?

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september-rausch

Freitag, Oktober 2nd, 2009

heute bin ich endlich fertig geworden, die bilder werden nun verpackt und gehen auf die reise. es war mal wieder ein vierzehntägiger rausch, von dem ich jetzt erstmal runterkommen muss.

oft werde ich gefragt, wie ich arbeite, vielleicht kann ich heute die eine oder andere antwort liefern.

die sechs bilder habe ich auf bestellung gemalt, wobei ich weitgehend frei war in der gestaltung. es wurden lediglich warme töne gewünscht. das kam mir sehr entgegen, denn wir haben langsam “indian summer” im bayerischen wald und die farben der natur entsprechen dem kundenwunsch.

der eigentlich wichtigste part bei einem solchen auftrag ist – so lächerlich es auch klingen mag – die zeit, vor dem malen. das schauen, das lesen, die ruhe vor dem sturm.

wenn ich dann die ersten pinselstriche setze, dann ist das wichtigste eigentlich schon beinahe erledigt – ähnlich wie in der natur; die wesentlichen entscheidungen einer pflanze werden gefällt, während der samen noch in der erde liegt.

an en sechs bildern habe ich etwa 2 wochen gemalt, was nicht heissen soll, dass ich täglich zu bestimmten zeiten gearbeitet habe – an manchen tagen ging es gut, an manchen tagen ging gar nichts.

ich nenne meine bilder action paintings, denn sie entstehen von a bis z spontan und ungeplant, wie in einem rausch ziehe ich die linien und staune, was dabei entsteht.

sehr wichtig für mich ist  in solchen exzessiven zeiten, dass ich die möglichkeit habe meinem eigenen rythmus zu folgen; essen wenn ich hunger habe, schlafen wenn ich müde bin etc.

meine sonstigen aktivitäten während einer malphase beschränken sich auf das absolute minimum d.h. ich gehe nicht aus dem haus, schlafe direkt neben dem atelier und habe ausser online keinerlei kontakte mit der aussenwelt. zur entspannung bzw. zum abschalten, wenn der kopf nicht aufhören kann zu malen, habe ich eine grosse sammlung an SF dvd´s, die ich zwar alle schon 100 mal gesehen habe, aber gerade deshalb sind sie ja so abregend.

und heute?

es gibt nichts schöneres, als nach einem solchen rausch das atelier aufzuräumen, gut durchzulüften, damit alle zweifel und ängste aus dem atelier verschwinden,  ausruhen und wieder ins leben zurückfinden.

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Visionäre am Werk – Action Painting und Unternehmenskultur

Mittwoch, September 30th, 2009


Was hat action painting mit unternehmenskultur zu tun?

Corporate Values bzw. Unternehmenswerte zieren heutzutage beinahe jede Imagebroschüre bzw. Internetpräsenz.
Allerdings besteht die Gefahr, dass die durchaus plakativen Begriffe im Unternehmensalltag zu leeren Worthülsen degenerieren.
Der Mittelstand ist hier eindeutig im Vorteil, denn die Kommunikation ist wesentlich unmittelbarer, als bei multinationalen Konzernen mit tausenden von Mitarbeitern aus vielen unterschiedlichen Kulturen.

„mehr licht!“ -so lautet der allgegenwärtige Slogan von Guttenberger und Partner
Diese „Forderung“ bezieht sich nicht ausschliesslich auf das Produkt (Lichtwerbung), vielmehr erfüllt sie den gesamten Betrieb – von der Produktion bis zur Chefetage.
„mehr licht!“ beeutet: offene Kommunikation, hohes Problembewusstsein, Mut zu Veränderungen und nicht zuletzt das Gefühl aller Mitarbeiter, Teil des Unternehmenserfolges zu sein.

Zum 15-jährigen Jubiläum von Guttenberger und Partner wurden alle Mitarbeiter eingeladen ein gemeinsames Action Painting Bild zu erstellen.
Natürlich herrschte zu Beginn mehr Skepsis, als Vorfreude, denn die meisten haben seit ihrer Schulzeit nicht mehr gemalt und zudem ist das Action Painting ein öffentliches Outing, das sicherlich nicht jedem behagt.
Nach dem die einzelnen Gruppen “eingekleidet” wurden, die Musik (Techno) anging, verflog die Angst bei den meisten schon sehr schnell. Die Spannung entlud sich in Lachsalven und unter jubelndem Beifall fing die erste Gruppe an zu malen.
Techniker neben Buchhaltung, Vetriebler neben Hilfskräften, die Chefs mittendrin – in ihrer Malkleidung jeder gleich und jeder gleichwertig zum nebenan malenden Kollegen, denn es sollte ein Gemeinschaftsbild werden, in dem die individuellen Pinselstriche am Ende in einem wohlgefälligen Chaos untergehen.

Beim Action Painting haben alle Beteiligten bewiesen, wie virtuos sie ihre Instrumente beherrschen, wie zielgerichtet sie arbeiten, ohne dabei an ihren persönlichen Konzepten “hängen” zu bleiben.

Die Freude am experimentieren, spielerische Flexibilität, Neugierde und Offenheit waren in jedem Pinselstrich der 100 Teilnehmer zu erkennen –  ein gelungener Kontrapunkt zu allzu straffer Planung und Organisation, die oftmals in die Erstarrung eines Teams/Unternehmens führen können.
Das Bild spiegelt die optimale Form der Zusammenarbeit in einer grossen Gruppe wieder; jeder Beteiligte muss sich mit allem was er kann einbringen und trotzdem seine individuelle Leistung dem Gesamten unterstellen.
Der Einzelne muss seine Eitelkeiten loslassen und an Projekten mitarbeiten, dessen Endergebnis das Produkt von vielen, gleichwertigen Köpfen und Händen ist.
Jede noch so kleine Veränderung des Systems/des Bildes birgt eine Chance in sich, einen neuen Weg zu beschreiten, der vielleicht vom individuellem Konzept abweicht, aber zu einem besseren Endergebnis führt .

Das 11 m x 1,5 m grosse Action Painting Bild wird nun die Wände der Produktionshallen zieren, in denen die Lichtwerbung für Kunden aus aller Welt produziert wird.
Jeder Blick auf die Bilder erinnert; ja, wir können was, wir sind gemeinsam unschlagbar!

Pars pro toto – das Ganze ist mehr, als die Summe seiner Teile –  ist das Motto der Action Painting Events und ebenso sollte es die Basis einer mit Leben erfüllten Unternehmenskultur sein, wie es bei Guttenberger und Partner der Fall ist.

link zu beispielprojekt guttenberger und partner

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alles gaga oder dada?

Samstag, September 19th, 2009

miniherbst

heute habe ich endlich wieder gemalt.

nun sitze ich vor der tür und versuche diese widerwärtigen fragen zu verscheuchen, die immer hinterhältigst daherschleichen und quälen, wenn ich schutzlos bin und male.

wozu male ich überhaupt?

ich sehe die roten äpfel aus dem hügel herausleuchten, wie sie sich mit ihrer buntheit dem kommenden winter entgegenstellen, ein letzter versuch der natur das viele weiss aufzuhalten; eine fröhlichbunte agonie, das demnächst in einem gewaltigen finale mündet.

der schnee wird kommen, alles entfärben und zur stille zwingen.

aber was ist schon weiss?

was ist bunt?

ich habe den grossen fehler gemacht und heisenberg, schrödinger und stephen hawking gelesen – nun stze ich also hier, eine handvoll atome inklusive viel leere auf einem irgnedwas, was mein gehirn stuhl nennt, obwohl es genau weiss, dass auch das eine anhäufung von atomen mit sehr viel leere ist.

der apfel im garten eden……….wir hätten ihn nicht probieren sollen, denn das wissen ist eine gierige hure!

wenn man glaubt der wahrheit näher zu kommen, verhüllt sie sich in immer mehr tücher, sie verwirrt und spielt mit uns ein grausames spiel das scheinbar weit mehr mit hass und verachtung, als mit liebe zu tun hat.

ich höre gerade einen hahn krähen und weiss, dass ich nur das erlaubte höre – eine handvoll frequenzen und mehr nicht.

wozu das alles?

welchen sinn kann ich dieser – zugegeben recht gelungenen – kulisse abgewinnen?

es gibt nur wenig, woran ich mich festhalten kann, bevor ich in meinem 1/100 wissen vom wesen der welt ertrinke; der glaube und die hoffnung.

T rostvoll ist auch die schönheit, die ich glaube zu sehen und zu schaffen.

so vergeht die zeit (falls sie vergeht) und irgendwann wechselt die kulisse zum nächsten akt, der wohl auch nicht viel anders wird.

und doch.

Irgendetwas sagt mir, dass der sinn greifbar ist, nur müsste ich die perspektive wechseln, die fragen verändern oder vielleicht gar keine antworten mehr suchen.

Schwere sache, muss ich wohl erst lernen. bis dahin jedenfalls lese ich nichts mehr über quantenphysik, sondern kehre zurück zu leibnitz, schiller und zu dem alten herrn fontane.

die natur einfach zu verehren, ihre schönheit zu geniessen, in ihrem anblick voll und ganz eintauchen – das ist  das einzige was bleibt.

alles dada!

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über ewige jugend, botox und co…..

Samstag, September 5th, 2009

oma

als ich dreissig wurde, habe ich das erste mal in meinem leben ein gefühl von vergänglichkeit gespürt.

mit dem erscheinen der ersten falten wurde mir klar, dass das leben irgendwann – wenn auch in ferner zeit – aber doch endlich ist.

panik ergriff mich, wie viele frauen in diesem alter, aber ich hatte glück, denn zufällig lernte ich plötzlich frauen kennen, die damals mitte vierzig waren. Frauen, die aus- und aufgebrochen sind, die erst mit vierzig richtig angefangen haben zu leben, weltreisen machten, umgezogen sind, jobs gewechselt haben von ihnen habe ich gelernt: yeah! es gibt also auch leben jenseits der vierzig!

in diesem sinne verflogen die jahre, bis ich selbst im tor zu den berühmt-berüchtigten „wechseljahren“ stand. damals prophezeite mir eine zehn jahre ältere freundin: „die reise durch diese jahre wird nicht sehr komfortabel, aber wenn du sie hinter dir hast, dann stehst du plötzlich in einem neuen leben!”.

und so ist es tatsächlich.

heute bin ich beinahe 57 und mein 50. geburtstag (den ich mit einer gigantischen live action painting in einem techno-club gefeiert habe), war der startschuss zu einem anderen leben, zu einer neuen etelka.

ich fühle mich so frei wie noch nie zuvor, geniesse meine falten und seit dem letzten frühjahr färbe ich meine haare nicht mehr. sie stehen, wie ein weisses krönchen auf meinem haupt und zeigen: schaut her, ich bin „alt“ und das so richtig gerne!

häufig bekomme ich zu hören: „du bist doch gar nicht alt!“, als wäre das alt-sein eine art krankheit und wer daran leidet benötigt trost.

und tatsächlich denke ich, wer an seinem alter leidet, der braucht tatsächlich trost, denn ihm entgehen viele jahre voller genuss und lebendigkeit; er schaut nicht neugierig nach vorne, sondern melancholisch nach hinten.

sicherlich ist vieles heute anders für mich als vor 30 oder 20 jahren. aber genau das ist doch so spannend!

in einer „ewig-jungen“ gesellschaft würden die omas und opas fehlen, die der jüngeren generation aus dem gestern erzählen und damit erklären woher sie selber kommen.

ich nehme diese rolle sehr gerne an und hoffe, dass ich im umgang mit jungen menschen erstens selber viel lernen und ihnen auch etwas mit auf den weg geben kann.

es gibt so viele beispiele, gerade unter künstlern, von denen mann und frau lernen können, dass das alter sogar zu einer blüte der inneren kultur führen kann.

und wieviel entgeht denjenigen, der das altern nur als verlust der jugend und nicht als gewinn von neuem erlebt.

forever young? auf keinen fall, denn „junge“ alte sind schlechte kopien!

falten und weisse haare sind das original.

und ich schwöre auf authentizität mit allem drum und dran!

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der erleuchtungsapfel

Sonntag, August 30th, 2009

zufall es gibt die geschichte über isaac newton, dass er das gesetz der gravitation begriffen hat, als ihm ein apfel auf den kopf fiel. ob die anekdote wahr ist oder nicht spielt jetzt mal keine rolle, nehmen wir einfach mal an, es hätte sich so zugetragen.

ein winziges ereignis, wie der fall eines apfels hat also das denken der gesamten menscheit über jahrhunderte geprägt und verändert.

was wäre gewesen wenn newton diesem wink nicht gefolgt hätte? wenn er stur weitergegrübelt hätte, ohne dem apfel auch nur die geringste aufmerksamkeit zu widmen. oder sich sogar über diese unterbrechung geärgert hätte?

der mensch liebt den zufall nicht, er hätte gerne alles und jenes, vor allem die zukunft fein säuberlich auf bügelfalte gelegt in einer kiste, aus der er je nach bedarf irgendetwas, was ihm am besten passt herausziehen kann. dabei ist der zufall wesentlich spannender und fruchtbarer, als vieles was der mensch plant, denn der mensch plant im rahmen seiner beschränkten möglichkeiten und der zufall bringt das unerwartete, das nicht im vorfeld schon berechnete, das vielleicht nichteinmal erahnte.

aber der zufall lässt sich nicht kontrollieren und das macht furcht. im apfelfall newtons hätte ebenso gut zufällig ein blitz in den baum einschlagen können und dann hätte es einen der berühmtesten wissenschaftler aller zeiten nicht gegeben.

leben ist immer risiko.

vor dem zufall kann man sich nicht durch exakte planung schützen, denn er kommt unweigerlich und bringt immer einiges durcheinander.

warum den zufall nicht als chance nutzen? warum “planen” wir das unerwartete nicht einfach ein?

was wird mir der heutige tag bringen? ich habe zwar einen “plan”, aber vielleicht ruft jemand an, oder gäste stehen spontan vor der tür und schon ist alle planung für die katz.

natürlich kann ich mich solange wie ich will unter einen apfelbaum setzen und auf den erleuchtenden apfelfall warten, das gibt bei mir höchstens apfelmus.

aber ich kann dem zufall die tür öffnen und hoffen, dass er mir etwas gutes bringt. und wenn er nicht vorbeikommt, dann mache ich genau das, was ich für heute geplant habe, vielleicht kommt er ja morgen.

gott würfelt doch! und am wahrscheinlichsten wird das wahrscheinlichste passieren.

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der glückseimer

Freitag, August 28th, 2009

alles im eimerin den letzten tagen habe ich mich an schopenhauer herangetastet. das lesen ist mir zugegebener massen sehr schwer gefallen, denn seine philosophie, sein unendlicher weltpessimismus stehen in absolutem kontrast zu meiner lebensart.

trotzdem. es musste einfach sein.

beim lesen fiel mir auf, dass sein (zugegeben geniales) genörgel über die schlechtigkeit der welt, eine ungemeine aktualität hat, denn wo ich nur meine ohren hinhalte, höre ich klagen und gejammer über unerfüllte wünsche, zerronnene hoffnungen und unbefriedigte bedürfnisse.

ist es nicht sehr schade, die lebenszeit darauf zu verwenden wünschen hinterher zu jagen, die nicht erfüllbar sind?

leben wir in einer zeit, in der mehr mangel als wohlergehen herrscht? wohl kaum. aber wonach sehnen sich die menschen, die sich so gerne über dieses und jenes beklagen? und würden sie aufhören zu jammern, wenn eine fee ihre wünsche erfüllen würde?

ich denke glücksfähigkeit ist eine ganz besondere begabung, sie ist aber auch sicherlich erlernbar. und wenn es auch nicht viel freiheit in diesem leben gibt, so hat doch jeder die wahl ereignisse als “beglückend” wahrzunehmen. es ist natürlich auch möglich in allem den mangel zu sehen, oder schönheit einfach zu ignorieren. aber wozu soll das gut sein?

was haben menschen davon, sich unglücklich zu machen? irgendein gewinn, den ich nicht erkennen kann, muss doch im unglück stecken. ist es einfach der zwang der gruppe? oder vielleicht sogar ein tief sitzendes schuldgefühl? bei soviel allen bekanntem elend in der welt kann sich ein “guter” mensch gar kein glück leisten?

oder ist es vielmehr die furcht vor der vergänglichkleit, denn die momente der freude verfliegen wie parfüm, man kann sie nicht festhalten, sie gehen dahin und der schatten kehrt unweigerlich immer wieder zurück. ist es diese angst? dann würde ich es  als übermächtige lebensangst bezeichnen, denn leben verläuft nun mal in wellen, in ups & downs und nichts finde ich schlimmer, als eine scheinbare gleichmässigkeit der empfindungen, der gefühle und auch der ereignisse.

unglück glaubt man scheinbar nur verhindern zu können, wenn man jegliche bewegung stoppt und in der mitte erstarrt. denn jede bewegung zieht eine gegenbewegung nach sich, so wie der geburt unweigerlich der tod folgt, folgt dem glück der schatten. und so ist es richtig, das nenne ich leben.

alles andere empfinde ich als ein absitzen der lebenszeit auf einer ungepolsterten holzbank.

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oma ratlos?

Donnerstag, August 27th, 2009

DSC_0015es ist schon ein kreuz mit den entscheidungen.

bei so vielen möglichkeiten, mengen an gut gemeinten ratschlägen, ideen, inspirationen die “richtige” wahl zu treffen scheint beinahe unmöglich.

aber was ist eigentlich “richtig”? und was ist “falsch”?

wenn ich so im nachhinein auf mein leben zurückblicke so scheint alles richtig gewesen zu sein, denn jede entscheidung, jeder schritt hat zu dem augenblick geführt in dem ich mich heute befinde.

allerdings waren mir zu der zeit, als ich mich für dies oder jenes entschieden habe, die konsequenzen – vor allem die langsfristigen – gar nicht bewusst.

ich habe einfach “gemacht”, “gespielt”, bin risiken eingegangen, habe experimentiert und meiner ansicht nach war das so zumindest für mich, genau “richtig”.

leben ist nunmal nicht voll und ganz planbar – es ist eher eine leere leinwand, als millimeterpapier.

so werde ich es wohl bis ans ende meiner tage handhaben und freue mich schon jetzt auf all die überraschungen – gute, wie schlechte – die da noch kommen werden.

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malen ist “sehen”

Samstag, Mai 23rd, 2009

malen1
ich denke immer, alles was ich in meinem leben gemacht habe, hat einen sinn, auch wenn es manchmal nicht auf den ersten blick zu erkennen ist.
z.b. habe ich von 1972 bis 1974 eine fotoschule in berlin besucht.
als fotografin habe ich allerdings nie gearbeitet – die kamera als ausschliessliches medium schien mir zu eingeschränkt, die malerei bietet mir wesentlich mehr spielraum.
heute morgen fiel mir das erste mal auf, wie nah ich eigentlich doch bei der fotografie geblieben bin!
action painting bzw. meine bilder sind momentaufnahmen, spontane “übersetzungen” dessen was ich sehe/erlebe.
sie sind keine “kopien” der sichtbaren realität wie eine fotografie, vielmehr geben sie das unsichtbare, das zwischen den dingen schwebt wieder.
so gesehen bin ich der fotografie eigentlich immer treu geblieben, wenn auch ohne kamera.

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action painting und wilde weiber

Freitag, April 24th, 2009

gestern waren sie wieder bei mir – die “wilden weiber” und am samstag kommen die nächsten.

action painting workshop für frauen, ist für mich immer ein ganz besonderes erlebnis – manche der teilnehmerinnen könnten meine enkeltöchter sein, andere wiederum sind älter als ich.

was sie jedoch alle miteinander verbindet ist die ungeheure kraft, die sich explosionsartig in den grossen bildern entlädt,  leider aber auch jede menge unsicherheit und selbstzweifel.

“bin ich gut genug?” – scheint eine frauenfrage zu sein und selten werden die frauen selbst mit “ja” antworten.

das frauenleben ist in den vergangenen jahrzehnten recht unüberschaubar geworden. die meisten frauen, die ich kenne gehen mehreren hauptberufen nach (mutter, hausfrau, karriere), was an sich noch nicht schlimm wäre, aber die ansprüche, die sie an sich stellen sind einfach meistens völlig unrealistisch.

denn alles soll perfekt sein!

nicht, dass ich das nicht kennen würde – wie habe ich seiner zeit väter bewundert, die wenn alle socken der kinder dreckig waren, einfach ´ne tüte voll neue gekauft haben, während ich noch nachts gewaschen und am morgen die socken für meine jungs mit dem fön getrocknet habe.

diese gelassenheit, die männer teilweise an den tag legen (und damit ihre frauen auf die palme bringen) ist einfach beneidenswert, da können wir uns einige scheiben von abschneiden; von den männern lernen, anstatt auf sie zu schimpfen.

eben auch deshalb ist es wie ein wunder, wenn ich frauen beim malen erlebe, wenn sie unter sich sind und einfach malen können, wie es grad kommt.

plötzlich blühen sie auf, so ganz und gar ohne leistungsdruck und der furcht vor bewertungen; sie treten aus sich heraus, alle masken ablegend und sind einfach “wilde weiber” in blauen overalls!

danke mädels, war schön mit euch!

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belanglosigkeiten

Sonntag, April 19th, 2009

heute früh verspüre ich einen starken drang, etwas völlig belangloses (?) zu schreiben.

es hat zwei tage lang geregnet und heute scheint wieder die sonne. die natur spielt vollkommen verrückt; die vögel pfeifen, kreischen, zwitschern, piepsen – die wiese erstrahlt in einem unbeschreiblichen grün, überall schiessen blumen aus der erde – die beschreibung dieses edlen theaters könnte man unendlich fortsetzen.

ich bin kein schriftsteller, poesie konsumiere ich in der regel lediglich in form von sacher-torten, daher fehlen mir die worte, die all das was sich hier gerade vor der tür abspielt in würdiger form beschreiben zu können.

wenn ich rausschaue, dann bekomme ich eine ahnung von vollendeter kunst und es erschreckt mich nicht, ganz im gegenteil, denn ich bin ein teil davon und es ist ein wunder heute auf dieser bühne mitspieler sein zu dürfen!

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was ist kreativität?

Mittwoch, April 15th, 2009

in meinen workshops höre ich seit vielen jahren immer wieder von teilnehmern den satz: “ich bin nicht kreativ!”

diese vier worte empfinde ich zunächst als tiefe herabwertung dessen, der sie äussert/daran glaubt und für mich als workshopleiterin sehe ich es als die grösste herausforderung, speziell diese teilnehmer nach dem workshop mit einer korrigierten einstellung zu ihrer eigenen kreativität ins “normale leben” wieder zu entlassen.

kreativität ist meiner ansicht nach eines der wichtigsten basics der menschlichen existenz und sie tritt permanent in jeder handlung zutage.

ich beziehe mich auf die definition von kreativität bei wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kreativität

d.h. auf alltagssituationen übersetzt, dass eigentlich jede aktivität des menschlichen gehirns ein ausdruck seiner kreativität ist, nur wird sie nicht als solches bewertet.

statements zu kreativität hier:

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