ich habe es noch einmal versucht - obwohl ich seit 1992 weiss, dass ich für das stadtleben nicht mehr geeignet bin, bin ich 2005 nach lörrach gezogen. die malerei verlangt eine grosse offenheit nach aussen, wie nach innen d.h. dass ich den sinneseindrücken schutzlos ausgeliefert bin und gefahr laufe, wenn mich die impressionen überwältigen, sogar den kontakt zu mir selbst zu verlieren. in der stadt bin ich unfähig, dieses "viel" zu sortieren, zu strukturieren - es ist als würde ich in einem ozean von eindrücken ertrinken. die bilder dieser serie sind in der endphase in lörrach entstanden und repräsentieren mein damaliges lebensgefühl von chaos und auflösung.
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ich kann zwar in keiner stadt mehr leben, weil mich die vielen eindrücke ersticken, wenn ich aber die möglichkeit habe mich für eine überschaubare zeit einer stadt ganz und gar hin zu geben, dann erlebe ich es als ungemein inspirierend. so war es 2005 in london. ich bin tagelang mit meiner kamera durch die stadt geirrt und habe häuserwände fotografiert. in solchen zeiten fühle ich mich, als wäre ich nur auge und sonst nichts. nach annähernd 1000 fotos bin ich nach deutschland zurückgekehrt und habe das erste mal meine eigenen fotos in collagen verarbeitet.
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...sind mir die liebsten untergründe, da die begrenzung der sonst üblichen formate entfällt und der raum insgesamt gestaltet werden kann. mein lieblingsprojekt sei hier dargestellt, der „art channel“ im pfalzhotel asselheim. die räumlichkeiten befinden sich zwar im keller des tagungshotels, trotzdem werden sie als gruppenräume genutzt. daher war es meine aufgabe die "keller-atmosphäre" aufzulockern und einen raum entstehen zu lassen, der vergessen lässt, dass sich dort auch lagerräume etc. befinden. es war insgesamt eine wandfläche von ca. 90 qm, die ich während zwei wochen (bei laufendem hotelbetrieb) bemalt habe. eines meiner schönsten aufträge, denn die familie charlier, die das tagungshotel seit vielen jahren mit herz und seele betreibt, hat für eine ungemein gute arbeitsatmosphäre gesorgt. das letzte foto ist von der qualität leider nicht sehr gut (noch analog und gescannt), aber es zeigt ebenfalls einen auftrag, den ich auf keinen fall missen möchte! 20 m wandbelung eines zweckbaus für fruth innovative technologien in parsberg. herr fruth hatte nachdem schon alle verfügbaren wände mit meinen bildern geschmückt waren, die idee die fassade der produktion zu gestalten. da sich das objekt in einem recht grautönigem gewerbegebiet befindet, ist es eine sehr gelungene "verbuntelung". es sei noch erwähnt, dass dies ein „familien-projekt“ war, mein sohn florian (2000 noch schüler auf der fos) hat fleissig mitgearbeitet.
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zeichnen; immer und überall, vorzugsweise auf reisen, notfalls mit kaffee, oder lippenstift und irgendeinem schwarzen stift. früher habe ich die zeichnungen nur für mich gemacht, einfach so aus lust am zeichnen - inzwischen sind etliche hundert in kisten, kartons und sonstwo verstaut. diese hier sind 2007 in rovinj/kroatien entstanden.
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immer wieder habe ich versucht die grenzen, die mir die malerei setzt aufzuheben z.b. durch objekte, möbel, keramik etc. im jahre 2003 erst habe ich die materialcollage für mich entdeckt und alles, was "klebbar" ist zu bildern verarbeitet. was ich auf den damals entstandenen bildern verarbeitet habe erkläre ich in den einzelnen bildbeschreibungen.
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im jahre 2004 fand der geschäftsführer von guttenberger und partner unter meinen bildern eines auf dem ich die letzten worte von goethe „mehr licht!“, verarbeitet habe. da guttenberger und partner ein international renommiertes unternehmen ist, das sich mit grossflächiger beleuchtungstechnik befasst, waren die goethe worte als slogan genau passend. die herausforderung für mich wa,r eine serie bilder zu ermalen, die zwar alle den gleichen schriftzug tragen, aber trotzdem stilistisch unterschiedlich sind, damit der betrachter immer wieder die gleiche botschaft in einer neuen, spannenden version empfängt.
16 Fotos
manchmal packt es mich und ich bekomme unbandige lust fröhlich-komische tierbilder zu malen. angefangen hat es mit dem "urvogel" 1995, dann kamen frösche und immer wieder katzen. wenn ich vieherls male, dann erfinde ich dabei ganze biografien, oder geschichten aus dem alltag. die bilder sind zum schmunzeln und hängen übrigens nicht in kinderzimmern, sondern bei durchaus "erwachsenen" steuerberatern, oder anwälten an der kanzleiwand.
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etwa 1992 besuchte mich ein kunstsammler in meinem damaligen münchner atelier. er hat sich still, sorgfältig und über mehrere stunden alle bilder angeschaut, plötzlich sagte er leise (mehr zu sich selbst, als zu mir): "aha, stühle malt sie also. ob sie sich wohl niederlassen mag?". der leere stuhl - ob mit oder ohne tisch - als einladung zum verweilen, innehalten, als sinnbild für das "sesshafte". ich habe auf der halben welt stühle gemalt und gezeichnet. ob ich mich irgendwann mal niederlasse?
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es hat mehrere jahrzehnte gedauert, bis ich mich getraut habe mein "politisches erbe" zu malen. in der geschichte meiner familie hat der politische wahnsinn gnadenlos gewütet; seelen, menschenleben, hoffnungen und sinn zerstört. die bilderserie "1956" ist ein trauerlied, die sich an all diejenigen richtet, vielleicht alles - einschliesslich ihres lebens - verloren haben, nicht jedoch ihre ehre und würde.
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