malen

september-rausch

Freitag, Oktober 2nd, 2009 | einblicke | 2 Kommentare

heute bin ich endlich fertig geworden, die bilder werden nun verpackt und gehen auf die reise. es war mal wieder ein vierzehntägiger rausch, von dem ich jetzt erstmal runterkommen muss.

oft werde ich gefragt, wie ich arbeite, vielleicht kann ich heute die eine oder andere antwort liefern.

die sechs bilder habe ich auf bestellung gemalt, wobei ich weitgehend frei war in der gestaltung. es wurden lediglich warme töne gewünscht. das kam mir sehr entgegen, denn wir haben langsam “indian summer” im bayerischen wald und die farben der natur entsprechen dem kundenwunsch.

der eigentlich wichtigste part bei einem solchen auftrag ist – so lächerlich es auch klingen mag – die zeit, vor dem malen. das schauen, das lesen, die ruhe vor dem sturm.

wenn ich dann die ersten pinselstriche setze, dann ist das wichtigste eigentlich schon beinahe erledigt – ähnlich wie in der natur; die wesentlichen entscheidungen einer pflanze werden gefällt, während der samen noch in der erde liegt.

an en sechs bildern habe ich etwa 2 wochen gemalt, was nicht heissen soll, dass ich täglich zu bestimmten zeiten gearbeitet habe – an manchen tagen ging es gut, an manchen tagen ging gar nichts.

ich nenne meine bilder action paintings, denn sie entstehen von a bis z spontan und ungeplant, wie in einem rausch ziehe ich die linien und staune, was dabei entsteht.

sehr wichtig für mich ist  in solchen exzessiven zeiten, dass ich die möglichkeit habe meinem eigenen rythmus zu folgen; essen wenn ich hunger habe, schlafen wenn ich müde bin etc.

meine sonstigen aktivitäten während einer malphase beschränken sich auf das absolute minimum d.h. ich gehe nicht aus dem haus, schlafe direkt neben dem atelier und habe ausser online keinerlei kontakte mit der aussenwelt. zur entspannung bzw. zum abschalten, wenn der kopf nicht aufhören kann zu malen, habe ich eine grosse sammlung an SF dvd´s, die ich zwar alle schon 100 mal gesehen habe, aber gerade deshalb sind sie ja so abregend.

und heute?

es gibt nichts schöneres, als nach einem solchen rausch das atelier aufzuräumen, gut durchzulüften, damit alle zweifel und ängste aus dem atelier verschwinden,  ausruhen und wieder ins leben zurückfinden.

Tags:

alles gaga oder dada?

Samstag, September 19th, 2009 | einblicke | Keine Kommentare

miniherbst

heute habe ich endlich wieder gemalt.

nun sitze ich vor der tür und versuche diese widerwärtigen fragen zu verscheuchen, die immer hinterhältigst daherschleichen und quälen, wenn ich schutzlos bin und male.

wozu male ich überhaupt?

ich sehe die roten äpfel aus dem hügel herausleuchten, wie sie sich mit ihrer buntheit dem kommenden winter entgegenstellen, ein letzter versuch der natur das viele weiss aufzuhalten; eine fröhlichbunte agonie, das demnächst in einem gewaltigen finale mündet.

der schnee wird kommen, alles entfärben und zur stille zwingen.

aber was ist schon weiss?

was ist bunt?

ich habe den grossen fehler gemacht und heisenberg, schrödinger und stephen hawking gelesen – nun stze ich also hier, eine handvoll atome inklusive viel leere auf einem irgnedwas, was mein gehirn stuhl nennt, obwohl es genau weiss, dass auch das eine anhäufung von atomen mit sehr viel leere ist.

der apfel im garten eden……….wir hätten ihn nicht probieren sollen, denn das wissen ist eine gierige hure!

wenn man glaubt der wahrheit näher zu kommen, verhüllt sie sich in immer mehr tücher, sie verwirrt und spielt mit uns ein grausames spiel das scheinbar weit mehr mit hass und verachtung, als mit liebe zu tun hat.

ich höre gerade einen hahn krähen und weiss, dass ich nur das erlaubte höre – eine handvoll frequenzen und mehr nicht.

wozu das alles?

welchen sinn kann ich dieser – zugegeben recht gelungenen – kulisse abgewinnen?

es gibt nur wenig, woran ich mich festhalten kann, bevor ich in meinem 1/100 wissen vom wesen der welt ertrinke; der glaube und die hoffnung.

T rostvoll ist auch die schönheit, die ich glaube zu sehen und zu schaffen.

so vergeht die zeit (falls sie vergeht) und irgendwann wechselt die kulisse zum nächsten akt, der wohl auch nicht viel anders wird.

und doch.

Irgendetwas sagt mir, dass der sinn greifbar ist, nur müsste ich die perspektive wechseln, die fragen verändern oder vielleicht gar keine antworten mehr suchen.

Schwere sache, muss ich wohl erst lernen. bis dahin jedenfalls lese ich nichts mehr über quantenphysik, sondern kehre zurück zu leibnitz, schiller und zu dem alten herrn fontane.

die natur einfach zu verehren, ihre schönheit zu geniessen, in ihrem anblick voll und ganz eintauchen – das ist  das einzige was bleibt.

alles dada!

Tags: ,

Gallery

webmonster6.jpg

Linkliste weitere Bilder

weitere Profile