monetäres und kunst
monetäres und kunst
Mittwoch, Oktober 7th, 2009 | einblicke | Keine Kommentare
noch nie in der langen geschichte der kunst haben lebende künstler so horrende preise für ihre werke erziehlt, wie noch kurz vor dem absturz der börsen 2008.
der kunstmarkt hat sich in den vergangenen jahren völlig verselbstständigt und hielt sich selbst in einer nach oben steigenden preisspirale gefangen.
die preise sind in abstruse höhen gerutscht und waren für “normale” menschen nicht mehr nachvollziehbar.
fachleute begrüssen die durch die finanzkrise verursachte umwälzung auf dem kunstmarkt, denn auch hier findet ein längst notwendiger reinigungsprozess statt, das die preise wieder relativiert und mehr die leistung, als den manchmal zweifelhaften ruhm der jeweiligen künstler würdigt.
mich betrifft das alles nicht, denn seit über 20 jahren folge ich erfolgreich einer selbstgewählten preispolitik.
ich wollte von anfang an, dass normal verdienende menschen aus ihrem “schattendasein als zweitklassige kunstkonsumenten”, die sich nicht mehr als einen poster leisten können, “erlöst” werden.
ein original kann durch eine noch so feine drucktechnik nicht ersetzt werden, denn die lebendigkeit entsteht durch den echten pinselstrich und ist im druck niemals zu kopieren.
da ich sehr viel male, tut es mir nicht leid, meine bilder für relativ wenig geld zu verkaufen, obwohl ich für meine niedrigen preise sehr häufig von galeristen gescholten wurde und werde.
im laufe der jahre auch einige professionelle sammler bei mir im atelier eingefunden und es tut mir weh, wenn ich daran denke, dass zumindest einige meiner bilder als investition in irgendwelchen sammlerlagern vor sich hindämmern.
bilder müssen an wände! sie müssen zu den menschen, sonst sind sie nicht mehr, als mit farbe malträtierte leinwand.
erst durch das ständige zusammenleben mit bildern verwandeln sich leinwände zu kunst.
ob der wert meiner bilder nach meinem ableben steigen wird, das weiss natürlich niemand. aber so lange ich lebe, werde ich mich bemühen die preise zu halten.
also back to normal? – vielleicht kommen sogar wieder zeiten, in denen maler malen, schriftsteller schreiben und musiker kompobnieren, anstatt die meiste zeit darauf zu verschwenden sich in einem überdreht eitlen und elitären markt selbst darzustellen.
in diesem sinne gehe ich also gleich ins atelier und werde leinwände zuschneiden, grundieren und mich darüber freuen, dass ich einen so wunderbaren beruf habe!

